Zahlenangst

Mathematik: Einigen Kindern treibt bereits das Wort den Schweiß auf die Stirn. Sie haben eine “Angst vor Zahlen” entwickelt.

Jedes Kind hat in der Schule sein Lieblingsfach. – Meistens steht aber auch ein Fach auf dem Stundenplan, das man selbst doch gerne abschaffen würde. Es ist ja klar, dass sich die eigene Begeisterung nicht gleichmäßig auf alle Unterrichtsinhalte verteilt. So weit, so gut!

Schoolboy Struggling with Math ProblemsAllerdings ist zu beobachten, dass manche Schülerinnen und Schüler gerade vor dem Fach Mathematik eine so große Abneigung entwickeln, dass man es als eine Art “Zahlenangst” bezeichnen könnte.
Der Gedanke daran, gleich Rechnen zu ´müssen, löst bei ihnen einen Sturm negativer Emotionen aus.

Erin Maloney und Sian Beilock, beide Psychologinnen an der Universität von Chicago, haben das Phänomen dieser Zahlenangst untersucht und dabei festgestellt, dass sich die davon betroffenen Kinder in einem Teufelskreis bewegen:

Kreisen die Gedanken der Schülerinnen und Schüler darum, dass sie gleich im Mathematikunterricht sicherlich ´versagen´ und ´scheitern´ werden, so führt dies dazu, dass genau die Teile und Strukturen in ihren Gehirnen blockiert werden, die zur Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten (Lösen von Aufgaben etc.) benötigt werden!

Dies ist keineswegs nur eine Behauptung. Maloney und Beilock belegten dies durch Auswertung bildgebender Verfahren, mit denen sie die Aktivität der verschiedenen Gehirnregionen verdeutlichten. Es war zu beobachten, dass das Aktivitätsniveau in den Hirnbereichen, die für das Arbeitsgedächtnis und numerisch-mathematische Prozesse sinkt, während gleichzeitig die Aktivität in der Amygdala (zuständig u.a. für das Ausbilden von Angst und die Erkennung von Gefahren) ansteigt.

Mit diesen Erkenntnissen lieferten die Forscherinnen den eindeutigen Beweis, dass sich die Kinder ihre Angst nicht einfach nur einbilden.

Wie aber kann man diesen Kindern nun helfen? – Ist für die betroffenen Kinder ein begleitender therapeutischer Prozess unumgänglich? Oder gibt es Ihrer Meinung nach andere Interventionsmöglichkeiten?

Ich freue mich über Anmerkungen, Vorschläge und Erfahrungen mit diesem Thema.
Bitte nutzen Sie hierfür die Kommentarfunktion.

Vielen Dank!

 

Quelle:
Erin A. Maloney, Sian L. Beilock: Math anxiety. Who it has, why it develops, and how to guard against it. In: Trends in Cognitive Science, 16/2012, 404-406.

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