Kaufen oder Eintritt zahlen!

“Haben Sie auch wieder den leckeren Butterkuchen?”
“Nein, heute leider nicht. Das macht dann einen Euro bitte!”

Ein völlig verrückter Dialog? – Keineswegs!
Zumindest könnte ein Schild in einer Bäckerei zukünftig solche Gespräche durchaus real erscheinen lassen.

Doch worum geht es hier denn genau?

Eine Bäckerei im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen, proklamiert deutlich ihre Arbeitsüberlastung. Daher besteht kein Interesse mehr daran, Fragen zu beantworten oder sonstige (Beratungs-) gespräche etc. mit anderen Personen zu führen, die nicht zum Kaufabschluss führen.
In diesem Fall heißt es dann: Kaufen oder Eintritt zahlen!

Foto: Ulrich Hülswitt

Foto: Ulrich Hülswitt

Der Text des Schildes, das dazu extrem professionell gestaltet und mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern “gewürzt” ist, lautet:

Änderung der Handelsmodalitäten: Das Betreten dieses Geschäftes zum Zwecke von Wechselungen – Plakaten aufhängen – Mißbrauch als Postannahmestelle – Angeboten aller Art – betteln – Befriedigung der Neugierde ohne kaufen ist wegen allgemeiner Arbeitsüberlastung leider nicht mehr umsonst und kostet 1 Euro Eintritt Bei Einkauf auch für nur 20 ct entfällt die Gebühr.

Klare Ansagen! – Da werden Neu- und Stammkunden ja direkt nett empfangen…
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr von Backwaren verstehen als von Rechtschreibung und Grammatik. (Wer findet die Fehler? *g*)

Natürlich kann der Inhaber jederzeit sein Hausrecht umsetzen, aber ob diese Art der “Information” schlau ist, sei dahin gestellt. Rechtlich fragwürdig erscheint mir das “Zwangsgeld” auch, aber dafür gibt es ja Juristen.
Zumindest scheint dieser Handwerksbetrieb über keinen Werbe- / Marketingberater zu verfügen.
Oder gibt es wirklich so schlechte “Experten”?

 

-Holger Vorstheim-

 

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