Cyber-Stress

Kommt nach dem Web 2.0 nun auch Stress 2.0?
Eine Studie belegt: Cyber-Stress belastet mehr als die “traditionelle” Variante.

Ob ohrenbetäubender Lärm, Stau auf der Autobahn, verspätete Züge oder Streit und Ärger. Dies alles sind mögliche Ursachen für Stress. Diese “Klassiker” sind schon länger bekannt und haben schon etliche Menschen an ihre persönlichen Grenzen geführt.

Das schnelle Voranschreiten technologischer Entwicklungen brachte in den letzten Jahren jedoch eine weitere Gruppe von stressauslösenden Faktoren mit sich. Unsere Kommunikation und Interaktionen mit unserer Umwelt wird immer vielschichtiger, schneller und … belastender!
Shalini Misra und Daniel Stokols, Psychologen an der University of California, kamen mit Hilfe einer Langzeitstudie (n=484) zu einem unerwarteten Ergebnis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, nichttechnologische Reize deutlich besser verarbeiten zu können als solche aus der digitalen Welt.

vorstheim.net brain Die riesige Welle an Informationen, ausgelöst durch E-Mails, Anrufe, SMS, Social Media und andere moderne Technologien, erzeugte bei den Befragten Stress und führte zu vermehrten gesundheitlichen Beschwerden. Sie gaben außerdem an, über ein generell geringeres Wohlbefinden zu verfügen.

Interessant: Die Personen, die sich gerne (aus eigenem Antrieb und Interesse) neuen und intensiven Reizen aussetzen, zeigten durch die digitale Informationsflut keine Beeinträchtigung.

Misra und Stokols sehen eine mögliche Erklärung für die medial bedingte Überforderung und Überlastung darin, dass es vielen Menschen an geeigneten ´Filterfunktionen´ mangele. Aufgrund fehlender, bzw. nicht ausreichend entwickelter Anpassungsstrategien könnte so keine gezielte Steuerung und Dosierung der Reize erfolgen. Bei nichttechnologischen gelinge dies besser, so dass hier die Stresswirkung deutlich geringer sei.

 Kontakt zu den Autoren der Studie:

Shalini Misra, 202 Social Ecology I, Department of Planning, Policy, and Design, School of Social Ecology, University of California, Irvine, CA 92697, USA
Email: shalinim@uci.edu

 

Quellen:

Misra, Shalina / Stokols, Daniel: Psychological and health outcomers of perceived information overload. In: Environment and Behavior, 44/6, 2012, 737-759.

Die Zusammenfassung der o.g. Studie erschien in seiner Ursprungsfassung bereits im Jahr 2011 und kann als “published online before print” im PDF-Format kostenlos heruntergeladen werden:
Download Version 2011 (kostenlos)

Die aktuelle, überarbeitete Version ist ebenfalls online zugänglich, ist aberkostenpflichtig:
Download Version 2012 (kostenpflichtig!)

 

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