Barilla gegen Homosexuelle

Der Chef des Familienkonzerns Barilla erklärte am Mittwoch, dass er Schwule und Lesben als Werbeträger ablehnt.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass er auf homosexuelle Kunden auch gut verzichten könne.

 Guido Barilla, der Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens Barilla, erklärte in einem Radiointerview, dass die “traditionelle Familie” für seinen Konzern eine große Bedeutung habe.

Er formuliert weiter:
“Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen.”

Sehr ´deutliche´ Worte des 55-Jährigen, der beim italienischen Sender Radio24 erläuterte, dass sein Unternehmen “eine etwas andere Kultur” pflege und die “heilige Familie” unterstütze.Holger Vorstheim
“Man kann ja nicht jedem gefallen, bloß um niemanden zu missfallen”, so seine weitere Klarstellung.
Da verwundert es ja auch nicht wirklich, dass er anschließend noch deutlich machte, er habe “überhaupt keinen Respekt” dafür, homosexuelle Paare beim Adoptionsrecht mit heterosexuellen Paaren gleichzustellen. Schließlich gebe es seiner Ansicht nach dort für die Kinder “zusätzliche Schwierigkeiten”. Abgesehen davon respektiere er jedoch Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Partnerschaften…

Diese Aussage ging in den Medien sofort herum wie ein Lauffeuer.
Zahlreiche Blogger veröffentlichten Fotos, die Barilla-Verpackungen in Mülleimern zeigen. Gleichzeitig wurde zum Boykott von Produkten dieses Herstellers (zu dem unter anderem auch die bekannte Knäckebrot-Marke ´Wasa´ gehört) aufgerufen. Vor Supermärkten in Italien und Deutschland sind am jetzigen Wochenende Protestaktionen  geplant. Viele Menschen machen ihrem Ärger auch auf den Profilseiten des Konzerns in sozialen Netzwerken Luft. – Es überrascht dabei nicht, dass Barilla viele abgegebene Kommentare und Stellungnahmen zu löschen scheint. Mögliche Überschriften wie “Barilla gegen Homosexuelle” werden halte nicht gerne gesehen…
#boicottabarilla” ist zwischenzeitlich zu einem der am meist genutzten Hashtags auf Twitter geworden.
“Gastronomische Homophobie hatte uns bisher gefehlt. Diese Lücke hat jetzt Guido Barilla gefüllt”, so Franco Grillini, der Chef von Gaynet Italia.

Der Barilla-Konzern ist inzwischen bemüht, die Wellen der Empörung zu glätten und versucht Sicht in Schadensbegrenzung:
“Es tut mir Leid, wenn meine Worte Kontroversen ausgelöst haben oder missverstanden wurden”, so Guido Barilla. “Ich wollte nur die zentrale Rolle der Frau innerhalb der Familie herausstellen”. Er respektiere selbstverständlich auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen und habe zudem “großen Respekt für Homosexuelle und für die Meinungsfreiheit”.

Quellen:
tagesschau.de, spiegel.de, stern.de, queer.de, rp-online.de


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