ACOT2

ACOT2 – Das Lernen der Zukunft schon heute

ACOT2 steht für „Apple Classrooms of Tomorrow“.
Schon 1985 begann der Mac-Hersteller ein 10 Jahre dauerndes Forschungsprojekt zum Lernprozess an US-Schulen. ACOT2 stellt die Fortsetzung dieser Studie dar, die Apple zusammen mit Bildungseinrichtungen und Wissenschaftlern entwickelte.

Das Hauptanliegen dieses Forschungsprojektes ist es, herauszufinden, wie sich die digital-medialen Entwicklungen und Neuerungen des 21ten Jahrhunderts auf den Lernprozess auswirken. Die Forscher gehen zunächst einmal davon aus, dass die Verfügbarkeit des Internets und neuer Computertechnologien und die dadurch bedingten neuen Möglichkeiten zum Selbststudium und Informationsaustausch eine ebenso deutliche Veränderung der Welt bewirken wie seinerzeit die Erfindung des Buchdrucks (und die damit verbundene einfachere Verfügbarkeit von Wissen).

Das Klassenzimmer der Zukunft: uneingeschränkter Zugang zu Informationen und Inhalten
Während momentan in vielen Klassenzimmern an Schulen nur vereinzelt PCs (teilweise ohne Internet-Anschluss) verfügbar sind, sollten in Zukunft die neuen Technologien genutzt und in ausreichender Qualität und Quantität zur Verfügung gestellt werden, so dass ein uneingeschränkter Zugang zu Informationen und Inhalten durch Schüler und Lehrer jederzeit sichergestellt ist. ACOT2Nach Vorstellung von Apple greifen die Schüler dann nicht mehr hauptsächlich auf die Lehrer als Wissensvermittler zurück, sondern beziehen ihre Informationen von Autoren, Wissenschaftlern, Historikern etc., die im Internet verfügbar sind. Der Frontalunterricht (der zwar heute gerade auch im Primar-Bereich schon selten geworden ist), wird fast vollständig durch Diskussionen ersetzt. Blogs, Wikis und Foren werden das klassische, gedruckte Lehrbuch zunehmend verdrängen und schließlich gänzlich ersetzen. Tests und Hausaufgaben im klassischen Sinne werden dann entfallen, weil die Schüler ihr Wissen durch eine aktive Beteiligung an Schaffensprozessen durch eigene Ideen und Projekte unter Beweis stellen.

Hier stellt sich auch die Frage, inwieweit besonders legasthene und dyskalkule Kinder von dieser neuen Art des Lernens profitieren werden.
Da eine Sprachausgabe und –synthese auch jetzt schon bei vielen Medien selbstverständlich ist, haben legasthene Kinder den großen Vorteil, dass sie nicht alle Inhalte mühsam „erlesen“ müssen. Gleichzeitig stellen z.B. Notebooks mit Rechtschreibkorrekturen eine Erleichterung beim Verfassen von Inhalten dar und werden daher heute bereits als adäquates Mittel zum Nachteilsausgleich legasthener SchülerInnen eingesetzt.
Es bleibt abzuwarten, wie Lehrer und Schüler auf die neuen Projekte von Apple reagieren werden. Leider sind alle Vorhaben zunächst auf die USA beschränkt! Schon jetzt ist es erwiesen, dass Kinder mit einem Mac und/oder einem iPad effektiver lernen können. Seit Beginn des 1:1-Programms (ein Mac für jeden Schüler) in den ländlichen Gebieten von Texas konnten die Ergebnisse der Schüler deutlich gesteigert werden. Es kam zu einer Leistungsverbesserung zwischen 8 und 30 Prozent über den nationalen Durchschnitt.

Dass ein Konzern wie Apple ein solches Projekt nicht aus reiner „Nächstenliebe“ initiiert, sondern natürlich damit auch kräftig für seine Produkte werben und potentielle neue Kunden (Schüler) an Dienste wie iTunes und iBooks binden will, ist sicherlich jedem Leser klar.

Aber interessant und verlockend ist ein solches Projekt dennoch, oder…?

Weitere Informationen (momentan leider nur in englischer Sprache) findet man hier.

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One Response to “ACOT2”

  1. Autoren 3. März 2016 at 10:54 #

    Die Art und Weise zu Lernen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine spannende Zeit, da viele Projekte und Lernansätze noch neu sind, kann man noch schwer sagen was sich bewährt und was nicht.
    Die neuen Medien und das Internet bietet den Kindern bestimmt viele neue Möglichkeiten Inhalte einfacher und lustiger zu verinnerlichen als das aus einem langweiligen Buch auswendigzulernen.
    Es ist aber auch das Internet das die Kinder auch erlernen müssen. Da hier mit Inhalten viel differenziert umgegangen werden muss.
    Doch auch hier bedeutet dies wieder, dass die Kinder vor allem zu Selbstständigkeit erzogen werden.
    All diese neuen Formen des Lernens haben vor allem den Vorteil, dass besser auf die individuellen Bedürfnisse und Begabungen jedes einzelnen Kindes eingegangen werden kann und nicht eine Methode als ‘die’ korrekte Lernmethode gilt.

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